Niki de Saint Phalle wurde 1930 in Neuilly-sur-Seine, Frankreich, geboren und zählt zu den bedeutendsten Künstlerinnen der internationalen Nachkriegskunst. Als Malerin, Bildhauerin, Grafikerin und Filmemacherin entwickelte sie eine farbenfrohe, expressive Bildsprache, die zwischen Nouvelle Réalisme, Pop Art und zeitgenössischer Kunst einzuordnen ist.
Ohne eine klassische künstlerische Ausbildung begann Niki de Saint Phalle in den 1950er-Jahren autodidaktisch zu arbeiten. Internationale Bekanntheit erlangte sie durch ihre sogenannten „Tirs“ (Schießbilder), bei denen sie Farbbeutel auf Leinwände schoss und dadurch zufällige, dynamische Farbkompositionen entstehen ließ. Diese Arbeiten machten sie zu einer wichtigen Vertreterin des Nouveau Réalisme.
Ab den 1960er-Jahren entwickelte sie ihre berühmte Werkserie der „Nanas“ – farbenprächtige, voluminöse Frauenfiguren, die für Lebensfreude, Selbstbestimmung und weibliche Stärke stehen. Mit ihren monumentalen Skulpturen im öffentlichen Raum schuf sie fantasievolle Kunstwelten, darunter den berühmten Tarot Garden in der Toskana.
Neben Skulpturen und Malerei schuf Niki de Saint Phalle ein bedeutendes grafisches Werk mit Lithografien, Siebdrucken und Editionen. Ihre Druckgrafiken spiegeln ihre charakteristische Kombination aus kräftigen Farben, spielerischen Formen und gesellschaftlichen Themen wider.
Niki de Saint Phalle gilt heute als eine der wichtigsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Ihre Werke befinden sich in bedeutenden Museen und Sammlungen weltweit und haben Generationen von Künstlerinnen und Künstlern beeinflusst.
