Lyonel Feininger wurde 1871 in New York geboren und zählt zu den bedeutendsten Künstlern der Klassischen Moderne. Als Maler, Grafiker und Karikaturist verband er Einflüsse des Kubismus, Expressionismus und der Bauhaus-Bewegung zu einer unverwechselbaren künstlerischen Sprache.
Nach seiner Ausbildung an Kunstakademien in Hamburg, Berlin und Paris arbeitete Feininger zunächst erfolgreich als Karikaturist für verschiedene europäische Zeitschriften. Erst ab 1907 widmete er sich zunehmend der freien Kunst. Seine Begegnung mit dem französischen Kubismus und seine Teilnahme an wichtigen Ausstellungen der deutschen Avantgarde prägten seine weitere Entwicklung.
Charakteristisch für Feiningers Werk sind kristalline Formen, geometrische Strukturen und eine besondere Lichtwirkung. Seine oft von Architektur, Städten, Kirchen und Landschaften inspirierten Kompositionen verbinden Realität und Abstraktion zu poetischen Bildwelten.
1919 wurde Feininger von Walter Gropius als erster Meister an das neu gegründete Bauhaus in Weimar berufen. Dort leitete er die grafische Werkstatt und prägte die Entwicklung der modernen Kunst maßgeblich. Neben der Malerei schuf er ein umfangreiches grafisches Werk mit Holzschnitten, Radierungen und Lithografien.
Lyonel Feininger gilt heute als einer der wichtigsten Vertreter des Expressionismus und der internationalen Moderne. Seine Werke befinden sich in bedeutenden Museen und Sammlungen weltweit.
